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SodbrennenGelegentliches Brennen hinter dem Brustbein lässt sich leicht bekämpfen. Bei regelmäßigen Beschwerden kann es zu ernsthaften Schäden kommen.

Die Gastritis hat ausgedient, sagen Experten. Nicht als Krankheit – Entzündungen der Magenschleimhaut und Ma­gengeschwüre gibt es nach wie vor –, aber als universelle Erklärung für Sodbrennen, saures Aufstoßen, Magendrücken und andere Verdauungsprobleme.

 

Früher musste die Gastritis für alles herhalten. Heute sind die Patienten viel besser aufgeklärt. Die meisten wissen, dass ihre Beschwerden durch einen Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre zustande kommen.

Die Ursachen kennt fast jeder

Dass üppige Mahlzeiten zu später Stun­de die Beschwerden ebenso auslösen können wie zu viel Süßes, Fettes oder Scharfes, braucht man Menschen, die an Sodbrennen leiden, nur selten zu ­erklären. Die meisten sind ausgesprochen gut informiert. Die Mehrzahl weiß zudem, dass manche Medikamente, zu viel Alkohol und Nikotin die Säureproduktion „anheizen“.

Viele glauben aber auch, dass eine Infektion mit Helicobacter pylori die Ursache für ihre Beschwerden sein könnte. Und tatsächlich wurden die Bakterien, die im Magen eine Schleimhautentzündung auslösen, lange Zeit verdächtigt, Sodbrennen mitzuver­ur­sachen. Eine überholte Ansicht.Helicobacter fördert den Reflux nicht, sagen Experten. Vielmehr lassen Studien vermuten, dass die Wahrscheinlichkeit für Sodbrennen ohne das Bakterium sogar höher ist.

Zwar unterscheiden sich die Auslöser für Herzschmerzen und den Säure-Rückfluss völlig, aber die Beschwerden ähneln sich: Typischerweise führt die Säure zu saurem Aufstoßen, oft verbunden mit heftigem Brennen hinter dem Brustbein. Was wir hierzulande Sod­brennen nennen, heißt im englischen Sprachraum „Heart­burn“ – Herzbrennen. Diese Bezeichnung beschreibt sehr gut, was viele Betroffene spüren.

Normalerweise verhindert ein Schließmuskel, dass Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt. Eine Refluxkrankheit beruht meist auf einer Schwä­­che dieses Muskels am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen. Hält der Schließmuskel dem Druck im Magen nicht stand, fließt saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurück.

Die Schleimhaut der Speiseröhre ist für diese Strapazen jedoch nicht gerüs­­tet. Ab und zu etwas Säure hält sie zwar aus, aber bei einer Dauerbelas­­tung büßt sie allmählich ihre nor­male Zellstruktur ein. Sie verändert ihren Aufbau, um sich an die sauren Bedingungen anzupassen: Aus dem ursprünglichen Verband flacher Zellen wird eine Schleimhaut mit hohen Zellen, die teilweise auch Sekret abgeben.

Neue Risikoeinschätzung

Die veränderte Variante ähnelt der Auskleidung im Darm, die sauren Ma­­geninhalt deutlich besser aushält. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts erkannte der britische Chirurg Norman Barrett die umgebaute Schleimhaut, die heute seinen Namen trägt.

Nun könnte man die Barrett-Speiseröhre für eine gelungene Antwort der Natur halten: Die Schleimhaut schützt sich durch den Umbau vor den ständigen Säureattacken, und ­alles ist gut. Leider ist das nicht der Fall, wie Mediziner seit Jahrzehnten wissen. Denn die Zellen der veränderten Schleimhaut können entarten. Jedes Jahr erkranken etwa 6500 Menschen in Deutschland an Speiseröhrenkrebs.

Weil sich dieses Risiko nur schwer abschätzen ließ, war lange unklar, in welchen Abständen Menschen mit Barrett-Veränderung kontrolliert werden sollten. Die Situation hat sich ­inzwischen ent­spannt. Die Gefahr einer Entartung wurde immer weiter nach unten korrigiert. Vor 15 Jahren gingen Ärzte noch davon aus, dass sich bei drei bis fünf Prozent der Barrett-Patienten pro Jahr eine Krebsvorstufe entwickelt. Heute gelten 0,1 Prozent als realistisch.

Aber: Auch wenn das tatsächliche Risiko deutlich geringer ist als befürchtet, sollten Betroffene, bei denen eine Barrett-Schleimhaut fest­gestellt wurde, diese regelmäßig per Magenspiegelung kontrollieren lassen.

Den Lebensstil ändern

Bei ihren Therapieempfehlungen unterscheiden Ärzte zwischen gelegentlichen und regelmäßigen Beschwerden. Wer nur ab und an Schmerzen hinter der Brust spürt oder von saurem Aufstoßen geplagt wird, benötigt auch nur hin und wieder rezeptfreie Mittel, die schon lange bewährt sind. Vor allem sollten Betroffene ihren Lebensstil ändern.

Das bedeutet: Übergewicht abbauen, Lebensmittel, Genussmittel und Situ­­ationen meiden, die das Sodbrennen auslösen. Und womöglich mit etwas erhöhtem Oberkörper schlafen. Eine leichte Neigung des Bettes reicht häufig aus. Das senkt den Druck im Magen und trägt dazu bei, nächtliche Beschwerden zu verhindern.

Wer trotz dieser Maßnahmen mehrmals pro Woche Sodbrennen hat, sollte ärztlichen Rat einholen. Meist ist dann eine medikamentöse Behandlung sinnvoll. Mittel der Wahl sind seit einigen Jahren Protonenpumpenhemmer. Sie lindern die Beschwerden, indem sie die Säure­­bildung im Magen drosseln. Ihre Wirkung setzt rasch ein, sodass sie auch noch dann eingenommen werden können, wenn sich das Brennen bereits bemerkbar macht.

Rund 90 Prozent der Menschen mit Reflux steuern ihre Behandlung selbst. Wenn sie Beschwerden haben, nehmen sie für eine gewisse Zeit Medikamente ein. Gehen die Beschwerden nach ein paar Tagen zurück, beenden sie die Behandlung selbstständig. Ein Dauer­einsatz von Arzneien ist selten nötig.

Die Diagnose hinterfragen

Problematisch ist die Situation, wenn der Reflux keine Beschwerden macht. Die Betroffenen merken nicht, wie die Säure ihre Speiseröhre schädigt. Daher sollten sie die Arzneien ständig einnehmen.

Menschen, bei denen die Mittel nicht wirken, sollten die ur­sprüngli­­che Diagnose hinterfragen: Manchmal stellt man fest, dass es sich gar nicht um Reflux handelt. Unter Umständen stecken funktionel­le Verdauungsprobleme oder eine extrem empfindliche Speiseröhre hinter dem Problem. Das bedeutet: Die Betroffenen brauchen eine andere Behandlung.

05.11.2014, Bildnachweis: W&B/Martin Ley

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