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zöliakieExperten empfehlen einen Test für Risikogruppen wie Typ-1-Diabetiker. Warum er sinnvoll ist und weshalb eine glutenfreie Ernährung nur bei Zöliakie wirklich nützt

Morgens Müsli mit Haferflocken, mittags Gnocchi, am Nachmittag Kekse, abends eine Brotzeit: Was für viele selbstverständlich zu ihrer Ernährung gehört, ist nichts für Zöliakie-Patienten.  

 

 

Sie vertragen das in Getreide enthaltene Klebereiweiß Gluten nicht und müssen es vom Speiseplan streichen.

Wer die glutenfreie Ernährung nicht einhält, riskiert einen geschädigten Darm, der anfälliger für Krankheiten wird. Eine frühzeitige Diagnose ist deshalb wichtig. In der aktuellen Zöliakie-Leitlinie empfehlen Mediziner erneut einen Test für Angehörige und autoimmunkranke Menschen. 

Denn die Zöliakie geht häufig mit anderen Autoimmunerkrankungen einher. Bei Typ-1-Diabetikern oder Menschen mit einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse ist die Gefahr, dass sich eine Zöliakie ausbildet, besonders groß. Auch Angehörige entwickeln häufiger Antikörper gegen Gluten, weil sie genetisch vorbelastet sind.

Auch die unterschiedlichen Erscheinungsformen der Zöliakie stellen Ärzte vor Herausforderungen. Die Krankheit kann in allen Altersgruppen auftreten, die Symptome reichen von Durchfall über Mangelerscheinungen bis hin zu Depressionen. Auf den ersten Blick ist sie deshalb schwer zu erkennen. Atypische Fälle von Zöliakie nehmen zu.

Die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft geht davon aus, dass weit mehr Menschen betroffen sind als bisher angenommen. Einer von 250 soll demnach unter der Krankheit leiden. Das wären rund 400.000 Personen in Deutschland. Die besseren diagnostischen Möglichkeiten durch Antikörpertests und die größere Aufmerksamkeit vonseiten der Medizin führen dazu, dass heute weit mehr Fälle von Zöliakie diagnostiziert werden als vor 50 Jahren.

Also gleich zum Arzt gehen, wenn nach drei Butterbrezen der Bauch grummelt? Die Antwort lautet nein. Wenn sich Beschwerden aber über längere Zeit zeigen, ist ein Besuch beim Arzt ratsam. Am besten mit einem Ernährungstagebuch, in dem der Patient seine Mahlzeiten und Beschwerden mit der Uhrzeit einträgt. Dann kann der Arzt gezielter nach dem Krankheitsbild suchen.

Neben der Zöliakie kann auch eine an­dere Lebensmittelunverträglichkeit, eine Weizenallergie oder eine andere Wei­­zenunverträglichkeit hinter den Beschwerden stecken. Zöliakie und Weizenallergie können Mediziner eindeutig diagnostizieren. In beiden Fällen wird nach der Anamnese ein Bluttest gemacht. Enthält das Blut Antikörper gegen das Endomysium – ein Muskelbindegewebe – beziehungsweise das darin vorkommende Enzym Gewebe-Transglutaminase, weist das auf eine Zöliakie hin.

Sicherheit bringen eine Dünndarmspiegelung und Gewebeproben aus dem Dünndarm. Im Fall der Weizen­allergie finden sich im Blut IgE-Antikörper. Es gibt aber auch Menschen, deren Blut weder Zöliakie- noch IgE-Antikörper enthält und die dennoch kein Getreide vertragen. Dann wehrt sich der Körper gegen andere Bestandteile des Korns. Diese Formen der Unverträglichkeit liegen vor, wenn Ärzte eine Zöliakie oder Weizen­­allergie ausschließen können.

Die einzig mögliche Therapie ist je nach Erscheinungsform eine gluten-, weizen- oder getreidefreie Kost. Die glutenfreie Diät bei einer Zöliakie muss lebenslang sehr genau eingehalten werden, um Vitaminmangel, Osteoporose und einem erhöhten Krebs­risiko vorzubeugen.

Anders bei sonstigen Getreideunverträglichkeiten: Betroffene vertragen oft kleine Mengen Korn, und die Beschwerden können wie bei einer Weizenallergie wieder verschwinden. In Reformhäusern und Supermärkten greifen auch viele gesunde Menschen zu glutenfreien Produkten. Lebensnotwendig ist Gluten zwar nicht, aber es gibt kein gutes Argument, warum Menschen, die nicht an Zöliakie leiden, glutenfrei essen sollten. Die spezielle Kost ist teurer, die Auswahl eingeschränkt, und nicht unbedingt alles schmeckt gut. Für Patienten erleichtern glutenfreie Produkte das Leben aber enorm.

Wer eine Zöliakie vermutet, sollte nicht auf eigene Faust eine glutenfreie Diät beginnen. Die Diagnose könnte dadurch verzögert werden. Steht eine Zöliakie einmal fest, bleibt keine Alternative zur glutenfreien Ernährung. Doch mit der heutigen großen Auswahl an glutenfreien Zutaten und guten Rezepten schmecken Kuchen, Brot und sogar Lasagne auch glutenfrei.

19.11.2014, Bildnachweis: Thinkstock/iStockphoto

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